Wachstumsrücknahme


Freiheit, Freiheit.

Anders als das, was die Dominanten und anderen (Ultra)Liberalen im modernen wirtschafltischen Sinne (die wir von der ursprünglichen philosophischen Idee des Liberalismus unterscheiden, NB) unter Freiheit verstehen und wie Hammerschläge am 20. Feiertag der Mauerfall vor jetzt schon drei Jahre unverschämt bis zum Gehtnichtmehr wiederholten, denken wir hier die Freiheit als ideal der Solidarität und des Zusammenlebens. Zuerst wegen der Solidarität wollen wir verlangen, dass alle frei und gleich leben dürfen.

Freiheit kann unterschiedlich konzipiert werden.
Als Notwendigkeit des Respekts vor dem Anderen, mit dem mensch zusammen leben möchte und für den mensch bereit ist, bewusst Kompromisse zusammen zu entwickeln.
Oder als unberührbare Eingenschaft, die das perfekte Gleichgewicht zwischen absolutem Egoismus und absolutem Respekt des Anderen erfüllt.
Das Zweite bedeutet perfekte persönliche und politische Emanzipation, die Fähigkeit, freie Liebe ohne Schmerz zu erleben, Unabhängigkeit... es - bedeutet aber auch theoretische Einsamkeit.
Dies lehnen wir ab. Paradox, ja, wir sind uns dessen bewusst. Als Libertäre bedeutet es schon wieder Kompromiss. Bedeutet es auch, noch weiter beinflusst und dominiert werden, nämlich durch (soziale) Konstrukte, die mensch ablehnen sollte? Vielleicht. Das akzeptieren wir. Vielleicht auch nicht ganz. Kommt auch darauf an, welche Idee des Antiautoritarismus mensch eben hat.
Wir lieben Menschen und möchten mitleben, mit Empathie statt Gleichgültigkeit, mit Kompromiss statt absoluter Freiheit. Vielleicht weil wir Menschen sind, die unfähig sind, absolut unabhängig von den Andern das Leben zu geniessen.

Libertär ist mensch also aus zwei möglichen Gründen. Wegen des Anderen: solidarischer Individualismus, oder wegen sich selbst: was wir Ultra-Individualismus nennen. Beide finden wir legitim, indem sie beide dem Autoritarismus widerstehen. Das zweite rückt aber näher an unsres Ideal der (absoluten) Freiheit.
Nur dAS (entgendern wir mit Absicht) Mensch ist ein soziales Wesen, das immer von seinen Mitmenschen abhängig geboren ist - also da treffen sich eben vielleicht einmal Natur und Soziales. Daher stammt auch vielleicht der tiefe Sinn der Solidarität.
Bemerkung: im Unterschied eben nicht zu dem inhaltlichen Charakter (abhängig bzw sozial einbezogen vs von der Natur her unabhängig bzw. frei), sondern zu der Anschauung (ideal der absoluten Freiheit vs soziale Anschauung), die verteidigt wird, erkennt mensch den historischen Genderwiderspruch.

Was hat das Ganze mit (solidarischer!) Wachstumsrücknahme zu tun?
Reaktion. Schlagwort. Mehr als eine Idee, ist Wachstumsrücknahme - unsere Überseztung für die französische "Décroissance" ("ent-Wachstum", Gesundschrumpfen, Degrowth...), eine Perspektive.
Die Idee muss trotzdem definiert, vorgestellt und entwickelt werden.
Durch die Perspektive können alle Bereiche des Lebens nicht nur gedacht, sondern auch verändert werden. Sie müssen es... Zahlreiche Menschen und eine Vielzahl von Organisationen haben bereits gezeigt, wie notwendig es ist, dass wir möglichst schnell unseren Lebensstil verändern: der Erde geht es schlecht und die Gesellschaften sind an der Grenze zur Implosion.
Heute wird in Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, aber auch in vielen Ländern Südamerikas oder in anderen Teilen der Erde über Wachstumsrücknahme (also Décroissance, decrescita, decrecimiento, degrowth...) gedacht, gesprochen und geschrieben. Das Ganze hat ein Ziel: Die Demokratie und das Überleben auf unserem Planeten zu retten. Mehr: das Gute Leben (Buen Vivir) vielleicht endlich erreichen.
In dieser Debatte sehen wir etwas mehr, und zwar die Gelegenheit uralte Frage, die immer wieder weggedrängt wurden, wieder neu zu stellen: Was ist uns wert? Was bedeutet das Wort Freiheit? Soll der Autoritarismus akzeptiert werden, bis welchen Grenzen? Welche Gesichter hat er in der neuen Geschichte genommen?
Und welche Beziehung hat er jetzt zum Wachstumsparadigma?

Wir versuchen auf dieser Internetseite einen Überblick über verschiedene Aspekte der Idee einer Wachstumsrücknahme, wie sie sich bisher entwickelt haben und wie wir sie verstehen, nämlich als solidarischer und antiautoritärer Übergang zu einer nicht auf Wachstum und Profitakkumulation durch Ausbeutung basierenden Gesellschaft, also zu einer Gesellschaft der Freiheit und der Solidarität, zu geben.

Anmerkungen, Vorschläge, Texten und Nachrichten sind alle willkommen.

Und wer mitmachen möchte, auch!

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