Wachstumsrücknahme

Aktualität


3.11.2012 Berliner Tagung zur feministischen Ökonomie in der Werkstatt der Kulturen, Wissmannstraße

5.6.2011 2. Picnic for Degrowth am 5. Juni

10.5.2011 Das böse Wort Verzicht, Daniela Becker für klimaretter.info

28.3.2011 Das nukleare Roulette stoppen - Raus aus dem Wachstumswahn!, eine Reaktion von Matthias Schmelzer (Attac deutschland) während der AKW von Fukushima immer noch außer Kontrolle ist

2.2.2011 Solidarität mit der L14 über die Räumung vom Hausprojekt an der Liebigstraße 14, Berlin

29. bis 31.10.2010 Auto.Mobil.Krise, Kongress der Rosa Luxembourg Stiftung in Stuttgart

12.09.2010 "Die Wirtschaft muss schrumpfen" Interview von Alexis Passadakis auf Klimaretter.info

7.09.2010 Berlin. Symposion und Buchvorstellung zum Thema Postwachstumsgesellschaft, nach der Erscheinung vom Buch von Dr. Irmi Seidl und Prof. Dr. Angelika Zahrnt Postwachstumsgesellschaft. Konzepte für die Zukunft

21.08.2010 "Fliegen bedroht das Recht auf Leben": Klima-Aktionstag am Flughafen Bremen

20.08.2010 "Ressourcen gut - aber leider aus: OVERSHOOT DAY 2010" (Glocalist.com)

07.08.2010 Niko Paech: "Deutschland soll sich deglobalisieren" von Zhang Danhong und (Redaktion) Klaus Ulrich, dw-world.de

30.07.2010 In Streifzüge, "radikaler Reformismus im Sinne einer schrittweisen Veränderung der grundlegenden Vergesellschaftungsformen"... auf dem Weg zu einer Postwachstumsgesellschaft? Krise und staatliche Transformation von Joachim Hirsch

19.06.2010 The Steady State Economy Conference 2010: Working Towards an Alternative to Economic Growth Leeds, UK

9-11.06.2010 3rd International Conference on Eco-Efficiency Egmond aan Zee, Netherlands

07.06.2010 A propos Picnic for Degrowth: Prosperity? The key lies in de-growth auf rediff.com

06.06.2010 International Picnic for degrowth!

04.05.2010 Was ist Vivir Bien? Ein KriSU - für eine Kritische und Solidarische Universität - Online-Tool in Development

16.04.2010 Private Universität Witten/Herdecke: Glaube an das Wirtschaftswachstum als neue Religion

16.03.2010 Attac: Weiter auf die Suche nach Alternativen zum Wachstumswahn

Webseite der Konferenz von Barcelona

November 2009 Aufruf zur Konferenz “Economic Degrowth Today” Ende März 2010 in Barcelona






Solidarität mit der L14... und allen Hausprojekten

von Adèle Bouvattier, Korrekturen von Kati



Am 2. Februar 2011 wurde das 1990 gegründete Wohnprojekt an der Liebigstraße 14 in Berlin Friedrichshain geräumt.

In den Kreisen, in denen man sich mit der Idee einer Wachstumsrücknahme beschäftigt, hätte ich erwartet, irgendwo einige Zeilen darüber zu lesen. Aber es war bei den Verteidiger_innen eines Übergangs zu einer Postwachstumsgesellschaft aller Arten, also Aktivisten, Unis, NGOs... kein Wort darüber zu finden.
Dies schien mir äußerst merkwürdig: die theoretische Suche nach neuen Formen des Zusammenlebens und die Aktion der "Wohnaktivist_innen", die angefangen haben, eine reale Alltagslebensalternative zu entwickeln, sollten doch miteinander verknüpft werden.

Praktisch und lokal gesehen sind Leute wie die Bewohner der L14 diejenigen, die gegen die systematischen und endlosen Mieterhöhungen aktiv sind, unter denen alle Berliner_innen leiden. Sie bekämpfen damit die realen Auswirkungen akkumulationsfixierter Politik und Spekulation. Gentrifizierung gehört zur Wachstumslogik.
Lokal sind sie auch diejenigen, die den Kiez leben lassen, während sie gleichzeitig an einer politischen Emanzipation arbeiten: durch die Organisation zahlreicher Kulturfestivals, wo Filme und Dokus geschaut und kommentiert werden, wo Diskussionen über verschiedene Themen geführt werden, wo Ausstellungen, (Soli)Partys stattfinden...

Sie sind diejenigen, die durch gemeinsame Einrichtungen, Nutzen und Teilen Nachhaltigkeit im Haushalt konkret umsetzen.
Auch indem sie Basisdemokratie im Alltag praktizieren, experimentieren sie mit alternativen Modellen gegen das gegenwärtige nicht demokratische und nicht nachhaltige Verhalten - der Firmen, der Bundes- und Landes-Regierungen...

So sind sie auch diejenigen, die die traditionell gewordenen Haushaltsformen dekonstruieren, die durch das Modell der Kernfamilie dimensioniert und strukturiert werden. Sie schaffen dadurch die innerhalb dieses Rahmens definierten geschlechtsspezifische Rollen ab, um mehr Geschlechtergerechtigkeit in die Praxis umzusetzen - was schöne Konferenzdiskurse nicht unbedingt schaffen.

Auf der Makroebene kann man alles theoretisieren und als Modell darstellen, nur fehlt oft der Realismus dabei. Umgekehrt versuchen politische Hausprojekte auf der Mikroebene zu arbeiten, bevor Überlegungen zur Verallgemeinerung möglich werden.
Die L14 hat vielleicht weder alle Fragen gestellt noch ein komplettes alternatives mikroökonomisch-ökologisches Modell entwickelt, sie ist aber ein Symbol dafür geworden, wie die Staatsmacht autonome Projekte behandelt.
Während das Thema Wachstum bzw Wachstumskritik in aller Munde ist und die Regierung sich sogar ihre Enquete Kommission "Wohlstand, Wachstum und Lebensqualität" gegönnt hat, sind die Wohnaktivist_innen von Berlin und überall diejenigen, die eine Gesellschaftsalternative jenseits des Wachstum skizzieren: eine Art soziales Laboratorium gegen diesen immer noch sinnlosen Wachstumswahn, der alles kaputt macht - da muss man nicht nur die Steigerung des BIPs bedenken, sondern auch die Wachstumsideologie und -logik. Suche nach Gewinn und Akkumulation sind inzwischen von allen verinnerlicht worden. Wer versucht nicht, etwas teurer zu verkaufen, als er/sie es gekauft hat? Gier fängt in Kleinigkeiten des Alltags an, im Ultra-Individualismus und in der Isolierung aller, sie geht mit Spekulation auf die Immobiliengüter und mit Mieterhöhungen nur weiter. Hiergegen widersetzen sich Bewohner von Häusern wie die L14 jahrelang, bevor sie unwürdig (und illegal) aus ihrem eigenen Haus geräumt werden.
So ist es immer: bevor sie anerkannt und erinnert werden, werden die Visionäre verfolgt und ihr Werk vernichtet. Schön und wünschenswert wäre aber nun, dass die Bewegung für eine Postwachstumsgesellschaft sich erstens von sozialen Wohn- und Gemeinschaftsexperimenten, die uns durch die Schaffung neuer Lebensformen sehr viel lehren können, solidarischer zeigt, und zweitens dass sie langsam anfängt, am Experiment teilzunehmen und Theorie und Praxis zu verbinden...

Dies hätte den Vorteil, eine weitere Dimension aufzuzeigen. Denn am Mittwoch, wie bei jeder Räumung, war festzustellen: der Kampf um Wachstumsrücknahme bzw der Weg zu einer Postwachstumsgesellschaft wird harte Arbeit, und zwar "Hand-Arbeit". Theorie wird nicht genügen. Es handelt sich um einen Krieg: noch heute wird man von der Polizei brutalisiert und auch ins Gefängnis gesteckt, wenn man die Utopie verteidigt. Vielleicht weil die Verteidiger der Utopie immer noch viel zu wenige sind. Vielleicht weil die Macht sich durch schöne wachstumskritische Diskurse nicht so einfach überzeugen lassen wird - auch wenn wir viel mehr werden. Eine solche Machtdemonstration wie am Mittwoch zeigt, dass wir in keiner Demokratie leben und dass das Engagement für eine solidarische Postwachstumsgesellschaft mehr fordert als nur Konferenzen organisieren. Deshalb wünschen wir uns, dass sich zB. Attac jenseits des Ende Mai geplannten Kongresses "Jenseits des Wachstums?!" engagiert, und anstelle der geräumten Liebig 14 vielleicht nicht zehn oder hundert neue Hausprojekte gründet (wie es von der Bewohnern gefordert wurde), aber genausoviele neue Initiativen und Aktionen für eine solidarische und nachhaltige Wachstumsrücknahme initiiert. Lasst uns alle mitmachen!


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Ankündigung: Postwachstumsgesellschaft - Symposion und Buchvorstellung

Dienstag, 7. September 2010
Veranstalter: Dr. Irmi Seidl und Prof. Dr. Angelika Zahrnt sowie das Institut und die Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW, VÖW)

Symposion
Zeit: 13.30 - 17.00 Uhr
Ort: Auditorium des Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrums, Geschwister-Scholl-Straße 3, 10117 Berlin

Buchvorstellung
Zeit: 19:00 - 20:30 Uhr
Ort: Dussmann das KulturKaufhaus, Friedrichstraße 90, 10117 Berlin

Seit vielen Jahr(zehnt)en gibt es eine umfangreiche und fundierte Kritik gegenüber der Wachstumsorientierung von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Im Zuge der Finanz- und Klimakrise bekommt die Debatte neuen Schwung. Das Buch "Postwachstumsgesellschaft. Konzepte für die Zukunft" greift dieses hochaktuelle Thema auf und diskutiert, wie zentrale Gesellschafts-, Politik- und Wirtschaftsbereiche (um)gestaltet werden müssen, so dass diese und damit auch Politik und Gesellschaft nicht weiter auf ständiges Wirtschaftswachstum angewiesen sind. Die Herausgeberinnen Dr. Irmi Seidl und Prof. Dr. Angelika Zahrnt laden Sie in Kooperation mit dem Institut und der Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW, VÖW) herzlich ein, am Symposium und der anschließenden Buchvorstellung teilzunehmen.

Programm

ab 13.30 Uhr
Empfangskaffee

14.00 Uhr
Begrüßung und Beginn

14.10-14.30 Uhr
Thematischer Einstieg
Vorstellung der Thesen

14.30-15.35 Uhr
Weltcafe mit Autor/innen
Diskussion der Thesen

15.35-16.00 Uhr
Kaffeepause

16.00-16.50 Uhr
Paneldiskussion
Herausforderung einer Postwachstumsgesellschaft für Forschung und Praxis

16.50-17.00 Uhr
Ausblick Schlussworte

19:00-20:30 Uhr
Buchvorstellung
"Postwachstumsgesellschaft. Konzepte für die Zukunft"
- Mit den Herausgeberinnen Dr. Irmi Seidl und Prof. Dr. Angelika Zahrnt
- Vorstellung und Einführung: Prof. Dr. Kurt Biedenkopf
- Moderation: Thomas Hanke, Handelsblatt

Das Buch "Postwachstumsgesellschaft. Konzepte für die Zukunft" erscheint Ende August beim Metropolis-Verlag. Nähere Informationen hier:
http://www.metropolis-verlag.de/811/book.do

Hinweise zur Teilnahme:

Eine Anmeldung ist für beide Veranstaltungen erforderlich. Bitte geben Sie an, ob sie das Symposion Postwachstumsgesellschaft, die Buchpräsentation oder beide Veranstaltungen besuchen möchten. Die Teilnahme am Symposion Postwachstumsgesellschaft ist kostenlos, die Teilnehmerzahl jedoch begrenzt. Wir bitten um Anmeldung bis zum 5. August 2010.

Anmeldung an:
Fax: 030 / 288 83 78 28
berlin@neueshandeln.de
Bei Fragen rufen Sie gerne an unter Tel. 030 / 288 83 78-0.
Bitte geben Sie bei der Anmeldung ihren Namen, ihre Organisation, ihre Adresse sowie Telefon-, Fax- und Email-Kontakt an.


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Call for the Second International Conference on Degrowth

Barcelona, Spain, 26-29 March 2010

ICTA (Universidad Autonoma de Barcelona), and Research & Degrowth

This is a call for a second conference on socially sustainable economic degrowth, linking economic, environmental and social perspectives with emphasis on practical policies & concrete proposals.

Thirty years ago, Nicholas Georgescu-Roegen published a book in French (edited by Jacques Grinevald and Ivo Rens) with the title “Demain la Décroissance” (Degrowth Tomorrow) (1979). We say, “Aujourd’hui la Décroissance” (Degrowth today). The economic crisis of 2008-09 brings a new perspective. Economic degrowth can be good for the environment but it must be socially sustainable.

The 2nd international conference on economic degrowth for ecological sustainability and social equity follows from the first international conference (Paris, April 2008, http://events.it-sudparis.eu/degrowthconference/en/), that took place with the support of the European Society for Ecological Economics, Club of Rome (Brussels/Europe), Telecom Sud-Paris and SERI (Sustainable Europe Research Institute) and was attended by 150 participants, involving presentations by some 90 scientists (see the declaration of the conference).

The second international conference on degrowth will develop clear policy proposals and strategies for action on degrowth and define the key open questions and research agenda. The conference will foster interaction between participants and put emphasis on the development of cooperative research.

Local organizing committee: Joan Martinez-Alier, François Schneider, Mario Giampietro, Giorgos Kallis

This conference will follow a novel format. It will include selected keynote speeches and roundtables by distinguished degrowth scholars. The conference will however mainly be based on paper presentations with posters and working groups.

Call for Abstracts, Posters & Papers

An abstract of 400 words should be sent to the email barcelona2010(at)degrowth.net by 30 November 2009.

Working groups

Commissioned steering papers from experts will be discussed in working groups and assembly meetings. The goal is to come up with concrete proposals for policy and action and with a research agenda for degrowth.

Registration

Contact: Barcelona2010(at)degrowth.net


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